I like Natürlichkeit

Bits, Bytes, Likes. Einsen und Nullen. Während Programmiersprachen zunehmen, nimmt das persönliche Gespräch ab. In der Bahn zum Beispiel. Da saßen früher Menschen neben einander und haben mit einander geredet. Ab und an zumindest. Ohne Headset, dafür mit Inhalt.

Heute tickern wir über WhatsApp oder klappern über Facebook telegrammartig die News aus dem eigenen Leben. Wir beginnen Steno-artig zu denken und irgendwie auch zu fühlen. Tinder macht Flirts zu Ware, die man genauso aussucht, wie man einen Joghurt im Regal aussucht. Wobei – der Joghurt selbst erscheint mir dabei fast echter als die meisten dieser eben beschriebenen Zeitgeister. So ein Naturjoghurt zum Beispiel kennt keine Zusätze – kein Sich-Besser-Machen für mehr Likes. Keine Selbstvermarktung auf Instagram. Er ist, wie er ist. Und damit ist er perfekt – vor allem wenn man aus ihm Kuchen macht. Zum Beispiel unseren heiß geliebten Kamps Apfel- Mandel-Kuchen oder Omas Kirschkuchen. Die sind dann auch echt – echt lecker nämlich.

Und wenn einem dann beim Bäcker ganz ungeplant ein „Mmmh“ nach dem ersten Bissen rausrutscht… dann blickt die Frau neben dir vielleicht vom Smartphone hoch, lächelt und sagt zu dir: „Ich mag den auch so gern.“ Und zack ist es wieder da: Ein echtes Gespräch. Zwischen zwei Menschen. Ganz real ohne Filter und ganz natürlich. So wie dieser Joghurt, der den Anfang machte.